Auszug aus der Diplomarbeit, Dipl. Psychologe
Dirk Schwarzer
4.12 Die Methode des
s.e.i.
S.e.i. steht für
„spiritual-emotional-integration" und wurde 1996 als
persönlichkeits- und bewusstseinsbildendes Programm von dem
deutschen Persönlichkeitstrainer Dieter M. Hörner
entwickelt. Praktisch gesehen ist s.e.i. eine Verschmelzung aus
Teilen der Quantenpsychologie nach Stephen Wollinsky (116) und aus
Methoden des NLP (117), des Mentaltrainings, der Psychokybernetik
und vielen weiteren Strategien zur
Persönlichkeitsentfaltung.
Hörner fusionierte die verschiedensten Aspekte daraus zu einer
emotionsbetonten Trainingsart, die sich - neben hoher
Effektivität - vor allem auch durch ihren nicht manipulativen
Charakter auszeichnet. Die Teilnehmer entwickeln Veränderung
aus sich heraus, durch individuell ablaufende Erkenntnisprozesse
und Gefühlsregungen während des Trainings, für die
der Trainer nur Impulse setzt. Hörner: „Der Teilnehmer
braucht keinen Lehrer, der ihn beeinflusst, er braucht einen
Lehrer, der ihn lehrt, sich nicht mehr beeinflussen zu lassen." So
geht es beim s.e.i. nicht um Zielsetzung oder Zielerreichung, nicht
um Vergangenheitsbewältigung, um Schuldige und Opfer, um
richtig oder falsch. Es geht nicht darum zu diagnostizieren, den
Menschen und seine Lebenssituation zu analysieren und neu zu
programmieren. Vielmehr werden die Teilnehmer dahin geführt,
sich an ihre eigenen Fähigkeiten zu erinnern, sich selbst
wieder zu spüren, ihrer inneren Stimme wieder zu vertrauen und
so zu definieren, wonach sie sich wirklich
sehnen.
Hörners s.e.i ist eine Synthese aus
Impulsen, die beim Teilnehmer emotionale Prozesse auslösen,
durch die er zu seinem Wesenskern zurückfindet, und aus
theoretischen Trainingsmomenten, durch die der Teilnehmer lernt,
wie er im Netzwerk der Kommunikation als suggestives Wesen
beeinflusst und beeinflusst wird, dass er „Sender“ und
„Empfänger“ in diesem System ist und so
maßgeblich an der Kreation seiner Umwelt beteiligt
ist.
Die Suche nach Schuldigen und Opfern
entfällt. Die Verantwortung liegt bei jedem selbst. Der
Teilnehmer lernt durch direktes Feedback, wie die Art zu
kommunizieren (mit sich selbst und mit anderen) „seine
Realität“ und „seine Zukunft“ beeinflusst.
Weil dieses Wissen parallel emotionalisiert wird, wird es im Sinne
des NLP fest „verankert" und bleibt den Teilnehmer so
für den Alltag erhalten. Der Teilnehmer begreift sich selbst
und die ihn beeinflussenden Umweltmomente mit dem Gefühl und
mit dem Verstand. Hörner: „Was bleibt, ist die tiefe
Gewissheit über die Möglichkeit, Probleme jeder Art
selbst zu lösen, ohne - und das ist von entscheidender
Bedeutung - wieder Neue zu erzeugen."
Hörner beobachtete über Jahre, dass
hinter den Zielsetzungen der Teilnehmer und auch hinter all den
Methoden, Werkzeugen und Techniken des
Persönlichkeitstrainings, immer wieder eine Sehnsucht, ein
Ziel hinter dem Ziel auftauchte: „Die Sehnsucht nach innerem
Frieden, nach innerer Ausgeglichenheit, nach Ruhe und Glück,
nach Verbundenheit und Liebe. Sobald der Teilnehmer in diesen
Zustand eintrat, war er „mittig“, spürbar
gelöst, und all die vorher in langen Coachings
herausgearbeiteten Probleme und Aufgabenstellungen waren
gleichgültig geworden. In diesem Moment war der Teilnehmer von
einem tiefen Selbstbewusstsein und Glück erfüllt, mit
einem brillanten Gespür für seine wirklichen
Bedürfnisse (Klarheit) und voller Energie, das Anstehende zu
bewältigen. Diesen Zustand nennt Hörner den „moment
of excellence“, und wer Teilnehmer während eines
s.e.i.-Coachings dabei erlebt hat, weiß, dass diese
Bezeichnung nicht zu hoch gegriffen ist. Der „moment of
excellence“ und die aus dem Training erwachsene
Fähigkeit des Teilnehmers, sich dieses Gefühl im Alltag
präsent zu erhalten, ist eine der wichtigsten Zielsetzungen
des s.e.i.. Hörner: „Der Moment der Gegenwärtigkeit
- das „Jetzt“ - gibt dem Verstand die Chance, seine
Kraft nicht mit der Zukunft (Angst) oder mit der Vergangenheit
(Schuld) zu vergeuden - sondern in der vollkommenen
Gegenwärtigkeit klare Erkenntnisse zu erlangen und klare
Entscheidungen zu treffen (118). Er findet sein wahres Ich
wieder.“ Die „alltägliche Trance“ (119) wird
beendet. Die Folge dieser Erfahrung ist ein tiefes Vertrauen in
sich, seine Fähigkeiten und die eigene Wahrnehmung -
unabhängig von der Umgebung - und der Impuls, seinen
Sehnsüchten zu folgen. Die Frage, wie man s.e.i. auf den Punkt
bringen könnte, beantwortet Hörner selbst wie folgt:
„S.e.i. ist eine Anwendungsform die es anstrebt, Menschen
dauerhaft von so genannten psychischen Zwängen zu befreien.
Dazu wird nicht die Persönlichkeit verändert und
weiterentwickelt, vielmehr hilft s.e.i. sie als Trance zu
durchschauen und legt so den Grundstein für ihre
Auflösung und für die direkte und dauerhafte Erfahrung,
was Alfred Bernhard die „Existentielle Ebene“, Byron
Katie „die Wirklichkeit“ oder ich „das
vollkommene Potenzial“ nenne. In ihr ist das, was der Mensch
sucht. Die Lügen durch den Moment des Hier und Jetzt zu
durchschauen, ist der direkteste Weg zum dauerhaften Glück.
Die Wirklichkeit zu entdecken, ist eine Freude jenseits unseres
Vorstellungsvermögens.“
s.e.i.® ist ein Persönlichkeits- und
bewusstseinsbildendes Programm, welches den Menschen, und das ist
von enormer Bedeutung, erleben lässt, welche vorhandenen
Kräfte er hat und dass er Teil des Ganzen
ist.